SHARK Protect

___________________________________________________ Der Schutz von Haien und die Erhaltung unseres Lebensraums "MEER"

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Erste Verhaltensempfehlungen für Taucher und Schnorchler

entwickelt und konzipiert durch Sharkproject e.V.

 


• Genieße das Privileg Haie in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu 
  dürfen / atme ruhig, gleichmäßig und leise

• Beteilige dich nicht an Haitauchgängen, wenn deine Taucherfahrung für die  
  Bedingungen nicht ausreicht

• Informiere dich über Haie und ihre Verhaltensweisen bevor du an Haitauchgängen
  teilnimmst. Wissen vermeidet gefährliche Situationen!

• Informiere dich insbesondere über inner- /zwischenartliches Drohverhalten – nur
  solches kann ein Hai auch Menschen gegenüber zeigen!

• Folge stets den Anweisungen des Operators / Tauchguides / Haispezialisten,  
  den Erklärungen des Briefings und den Verhaltensempfehlungen für Haitauchen!

• Wähle die Anbieter von Haitauchgängen sorgsam aus - dazu solltest du
   folgendes beachten:

ob vor den Tauchgängen ein ausführliches Briefing stattfindet. Es sollte neben sämtlichen tauchgangsrelevanten Fakten, Erklärungen zu Riff-, Tier- und Artenschutz, Erklärung von Risikofaktoren, Verhaltensempfehlungen sowie Erläuterung des „typischen, üblichen“ Verhaltens und des Beutespektrums vorkommender Haiarten enthalten)

ob die Tauchgangsvorbereitung durch eine orts- und Haikundige Person durchgeführt wird

ob der Tauchgang durch entsprechend geschultes Personal, das zahlenmäßig der Gruppe angepasst wird, begleitet wird

ob nationale und lokale Richtlinien / Gesetze eingehalten werden, z.B. verbieten die Südafrikanischen Behörden Freitauchgänge mit Weissen Haien oder „The Whale Shark Diving Code of Conduct“ regelt Wahlhaitauchen etc.

• Achte darauf, dass beim Ködern von Haien (insbesondere unfallbekannten  
  Großhaiarten wie z.B. Bullenhaien, Weißspitzen Hochseehaien oder Tigerhaien)
  gewährleistet ist, dass weder Taucher noch andere Personen in den
  Strömungsbereich des Köders geraten können und dass sich keine Futterstücke
  im Wasser befinden (kein 
offenes Futter)

• Sei dir darüber klar, dass es keine „aggressiven Killerhaie“ gibt, aber gefährliche
  Situationen, die meist von uns Menschen provoziert werden

• Haie dürfen weder berührt oder bedrängt, noch in ihrem natürlichen Verhalten 
  gestört oder beeinträchtigt werden. Entsprechend ist ein Mindestabstand von
  zwei Körperlängen des Tieres (unter Bedachtnahme auf Riff, Höhlen,
  Meeresboden, Wasseroberfläche, Fluchtwege etc.) einzuhalten.

• Zeige keine Angst, aber sei vorsichtig. Haien gebührt Respekt – es sind
  Raubtiere!

• Nähert sich ein großer Hai knapper als zwei Körperlängen, schwimme nicht weg,
  sondern begebe dich in eine vertikale Position. Vermeide Arm und
  Beinbewegungen.

• Bei Tauchgängen mit räuberischen Großhaiarten sollten die Teilnehmer als 
  homogene Gruppe tauchen und sich nicht weiter als 3m voreinander entfernen.
  An einzelne 
Personen werden sich Haie wesentlich näher heranwagen als an eine
  kompakte Gruppe.
 

                 

 

• Umkreist dich ein neugieriger Hai, verfolge ihn mit den Augen und drehe dich mit.

  Es handelt sich um keinen Angriff, das Tier versucht sich mit Hilfe seines

  Seitenlinienorgans ein Bild von dem unbekannten Wesen zu machen.


• Wenn du dich einem Hai näherst, mache es nicht direkt von vorne oder hinten

  (anschleichen) – der Hai könnte sich bedroht fühlen oder überrascht werden und

  entsprechend reagieren (ca. 45°Winkel einhalten!)


• Steige in Anwesenheit eines Hais nicht direkt über ihn auf


• Vermeide ruckartige und zappelige Bewegungen, verhalte dich ruhig


• Verzichte v.a. bei Großhaien auf kontrastreiche Kleidung wie z.B. Weiße

  Aufkleber auf schwarzen Tauchanzügen. Das könnte Haie optisch anlocken, da

  verletzte Fische weißes Fleisch zeigen.


• Tauche nicht in Regionen wo Futterpartikel im Wasser sein könnten (Fischerei,

  Angler, an Piers etc.)


• Tauche nicht in Flussmündungen, trübem Wasser oder schlechten

  Sichtverhältnissen


• Tauche mit Großhaien nicht nachts – nicht nur du, sondern auch die Haie sind in

  ihrer optischen Wahrnehmung eingeschränkter als tagsüber. Entsprechend

  können gefährliche Situationen leichter entstehen als tagsüber


• Beobachte Haie und ihr Verhalten genau und versuche ihr Verhalten vorurteilsfrei

  zu analysieren. Nicht alles was Haie tun hat ursächlich mit dir zu tun sondern es

  ist lediglich ein Spiegelbild der Gesamtsituation


• Wenn du Haie fotografierst, blitze nicht direkt in ihre Augen – sie können

  massive Sehschäden bis zur Blindheit erleiden. Sei dir bewusst, dass Haie durch

  elektromagnetische Impulse und Spannungsfelder gestört und manchmal auch

  sehr neugierig werden. (z.B. Blitzgeräte, Kameras, Lampen etc.)


• Vermeide unbedingt die Teilnahme an Haitauchgängen, wo man noch von Hand

  oder mit einem Stock füttert


• Solltest du Angst oder Unwohlsein in der Gegenwart von Haien verspüren, brich  

  den Tauchgang ab. Der Rückzug muss langsam und kontrolliert erfolgen!


Um einen Anfang zu schaffen und dieses große, internationale Projekt zu vervollständigen hat Sharkproject e.V. begonnen, die Erfahrungen von Verhaltensforschern, kommerziellen Anbietern, Tauchguides, Filmern, Fotografen und Tauchern zusammenzutragen und daraus einen ersten Katalog an Verhaltensempfehlungen zusammengefasst.

 

Mit der Schaffung des „SPECIAL SHARK EXPERIENCE (SSE)“ Gütesiegels will Sharkproject e.V. erstmals einen vernünftigen Mittelweg definieren, der es einerseits ermöglichen soll, Haien im Rahmen eines sanften Ökotourismus in ihrem natürlichen Lebensraum zu begegnen und so Verständnis und Faszination für diese bedrohten Räuber zu generieren und andererseits Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, die das Unfallrisiko bei diesen Begegnungen weitgehend reduzieren.       

 

                                                                                 

 Quelle - SHARKPROJECT