Verbreitung Carcharodon (Weißer HAI)

Der Weiße Hai im Mittelmeer

Der Glauben, der Weiße Hai kommt nur rund um Australien, Südafrika, Hawaii und Florida vor, ist weit verbreitet, aber falsch.

Denn auch im Mittelmeer ist der Weiße Hai zu Hause. Dies ist aber kein Grund zur Panik oder zur Stornierung des beliebten Italia-Urlaubes.

In den letzten 200 Jahren gab es 37 verbriefte Weißhai-Angriffe auf Menschen, wovon 17 tödlich endeten. Die Wahrscheinlichkeit im Mittelmeer Opfer eines Angriffs durch einen weißen Hai zu werden, ist äußerst gering.

Die Punkte markieren sichere Beobachtungen von weißen Haien.

Die Verbreitungsgebiete des Weißen Hais sind meist die gemäßigten, tropischen und subtropischen Meere, in letzteren aber nur im Winter.

Bekannte Jagdreviere liegen an den Küsten von Australien, Südafrika, Kalifornien und Neuseeland. Dabei jagt er bevorzugt in küstennahen Gewässern und bis zu einer Tiefe von knapp 1000 Metern.

Westlicher Atlantik:
Neufundland bis Florida, Bahamas, Kuba und nördlicher Golf von Mexiko, Brasilien und Argentinien
Östlicher Atlantik:
Südengland, Frankreich, Senegal, Ghana, Kongo
Mittelmeer:
Nordafrika, Westküste Italiens, Sizilien, Malta, Adria, Ägäis, Zypern, Israel
Indischer Ozean:
Südafrika, Seychellen, Rotes Meer
Westlicher Pazifik:
Sibirien, Japan, Korea, China, Philippinen, Australien, Tasmanien, Neuseeland, Neukaledonien
Zentralpazifik:
Marshallinseln, Hawaii
Östlicher Pazifik:
Golf von Alaska bis zum Golf von Kalifornien und Panama bis nach Chile

Auf dem Speiseplan des Weißen Hais im Mittelmeer stehen die gleichen Beutetiere wie in seinem übrigen Verbreitungsgebiet; Schildkröten, Delfine, Thunfische und Schwertfische, aber auch Kadaver großer Knochenfische, wie Wale oder Artgenossen.

Auf Seehunde und Seelöwen muss er im Mittelmeer allerdings verzichten, da es sie, wie zum Beispiel vor Australien und Südafrika, nicht gibt.

Durch die gesetzlichen Schutzmaßnahmen und die dadurch steigende Population von Delfinen im Mittelmeerraum, verstärken sich die Hinweise, dass der weiße Hai vermehrt jagt auf Delfine macht.

Trotzdem ist der Weiße Hai im Mittelmeer vom Aussterben bedroht. Zwar ist er durch eine direkte Befischung nicht gefährdet, ist aber häufig Beifang bei Thun- und Schwertfischfischern.

Gerade die kommerzielle Fischerei, die regenerose Ausbeutung der Fischbestände und die Umweltverschmutzung hat dazu beigetragen, daß die Population der weißen Haie stark geschrumpft ist.

Leider können Wissenschafter derzeit keine positive Prognose für die wenigen Weißen Haie, die noch im Mittelmeer leben, geben.


Angriffe auf Menschen sind nicht, wie häufig angenommen darauf zurückzuführen, dass die Haie Menschen mit Robben verwechseln, sondern wie neuere Forschungen ergeben haben, vor allem von dem Verhalten des Menschen abhängig.
Weiße Haie neigen bevorzugt zu Angriffen, wenn die Objekte, die sie im Wasser sehen, Geräusche ausstoßen.

Dabei genügen schon schnelle Bewegungen, die im Wasser als Geräusche übertragen und vom Hai wahrgenommen werden.

Hektische Bewegungen erregen ebenfalls die Aufmerksamkeit des Hais, Experimente haben allerdings gezeigt, dass ein Weißer Hai bei der Wahl zwischen einer beweglichen Surferattrappe und einer Geräuschbox die Attrappe fast vollständig ignoriert, aber schon bald beginnt, sogenannte Gaumenbisse an die Box zu setzen.

Gaumenbisse sind Testbisse, die dem Hai Informationen wie Beschaffenheit, Geschmack und Reaktionsfähigkeit über ein Objekt liefern.

Selbst ein derartiger Biss kann einem Menschen schwere Verletzungen zufügen. Weiterhin sind Umgebung und Stimmung des Hais relevant: In dunklen Gewässern oder während einer Jagdphase sind Angriffe unabhängig von den anderen Faktoren sehr viel wahrscheinlicher.

Man geht außerdem davon aus, dass einige der Angriffe, die dem Weißen Hai angerechnet werden, in Wirklichkeit auf das Konto des Bullenhais (Carcharhinus leucas, bis 3,5 Meter groß, mit Süßwasser-Ambitionen) oder auch des (allesfressenden) Tigerhais (Galeocerdo cuvieri) gehen.